Franco-German Fellowship Programme: Make Our Planet Great Again

Beim Pariser Klima-Abkommen wurden wichtige Ziele gesetzt. Jedoch sind weiterhin viele Zusammenhänge des Klimawandels nicht ausreichend erforscht. Ein neues Programm soll dies nun mithilfe von internationalen Forschern und Forscherinnen in den Bereichen der Klima-, Energie- und Erdsystemforschung möglich machen. 

Hintergrund

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelte und vom DAAD umgesetzte neue Förderprogramm geht auf eine Initiative des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zurück. Mit ihrem Engagement möchten beide Länder einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten und so ihrer Verantwortung gegenüber dem Klimawandel als drängender globaler Herausforderung nachkommen. Die Projekte werden zwischen dem 01.05.2018 und dem 31.12.2022 durchgeführt. Für den Zeitraum stehen den Forschungsgruppen jeweils bis zu 1 Mio. EUR (Junior Researcher) bzw. 1,5 Mio. EUR (Senior Researcher) zur Verfügung.

Programmziele

  • Internationalen Forschern und Forscherinnen zu ermöglichen, an deutschen Hochschul- und Forschungseinrichtungen Spitzenforschung zu den Klimazielen des Pariser Abkommens zu betreiben
  • Durch die regelmäßig stattfindenden deutsch-französischen Konferenzen und Arbeitstreffen einen Beitrag zur nachhaltigen Vernetzung der Forscher und Forscherinnen untereinander zu leisten und damit die internationale Forschung in den Bereichen der Klima-, Energie- und Erdsystemforschung insgesamt zu stärken
  • Mit den anwendungsbezogenen und innovativen Forschungsergebnissen Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger im Sinne des Klimaschutzes auszusprechen
  • Auf internationaler Ebene einen Impuls zu geben für die Übernahme von Verantwortung gegenüber globalen Entwicklungen, die einen sofortigen Handlungsbedarf erfordern
  • Die deutschen und französischen Hochschul- und Forschungsstandorte zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im Bereich der Wissenschaft zu intensivieren

https://www.daad.de/hochschulen/programme-weltweit/forschung/de/64117-franco-german-fellowship-programme-on-climate-energy-and-earth-system-research-make-our-planet-great-again-german-research-initiative-mopga-gri/

Förderwettbewerb Digital Skills – Lernen in regionalen Netzwerken

„Digitale Kompetenzen sind Zukunftskompetenzen. Gesellschaftliche Teilhabe und Karrierechancen hängen bereits heute maßgeblich von der Fähigkeit ab, souverän mit den neuen Technologien und einem exponentiell wachsenden Angebot an Informationen und Interaktionsmöglichkeiten umzugehen.“

Jedoch ist es für viele klassische Bildungsinstitutionen schwierig dem digitalen Wandel standzuhalten. Genau deshalb sind regionale Netzwerke und deren Maßnahmen und Akteure für den digitalen Wandel wichtig.

Der Förderwettbewerb Digital Skills, gefördert von der Körber-Stiftung und dem Stifterverband, soll dabei helfen.

Förderung 
Bis zu acht Regionen erhalten eine Förderung von bis zu 25.000€. Die Gewinner profitieren zusätzlich von einem umfangreichen Fortbildungs- und Beratungsangebot.

Bewerbungsschluss
Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2019.

Förderzeitraum
Die Förderung beginnt im Sommer 2019 und endet im Frühjahr 2021.

Bewerbungsunterlagen 
Den vollständigen Ausschreibungstext sowie weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter:

http://www.mint-regionen.de/digital-skills

 

STUBE: Das Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa

Außeruniversitäre Begleitveranstaltungen, die am Globalen Lernen und dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerichtet sind, sollen Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa unterstützen und eine entwicklungspolitische Sensibilisierung und Qualifizierung der Studierenden ermöglichen. Die Transformation zu einer ökologischeren und sozial gerechteren Weltgesellschaft ist dabei das Ziel. In elf Bundesländern bzw. Regionen wird das Programm angeboten und wird aus Geldern der evangelischen Kirche und weiteren öffentlichen Mitteln finanziert.

Die rund 230.000 ausländischen Studierenden, von denen 3/4 in Deutschland aus Entwicklungs- und Schwellenländern kommen, tragen zur Internationalisierung der deutschen Hochschulen bei. Darüber hinaus bereichern sie mit ihrem Fachwissen den deutschen Arbeitsmarkt. Sie sind zukünftig dringend benötigte Fachkräfte in ihrem Heimatland und stellen dann gute Brückenbauer(innen) zwischen den Ländern dar. 85% dieser Studierenden verdienen sich ihr Studium selbst. Sie sind sogenannte „freemover“, d.h. sie erhalten kein Stipendium und damit gibt es für sie keine spezifischen Betreuungsangebote wie für die Stipendiaten. Um sich in der deutschen Hochschul- und Alltagskultur zurechtzufinden, sich sozial zu integrieren sowie ihr Studium entwicklungspolitisch auszurichten, sind Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika auf spezifische Orientierungsprogramme angewiesen.

STUBE bietet diesen Studierenden einen Raum zum erfahrungs- und entwicklungsbezogenen Informationsaustausch. Es setzt schon zu Beginn des Studiums an und ist studienbegleitend ein Forum sowohl für Fragen nachhaltiger Bildung und Entwicklung als auch der persönlichen Zukunftsplanung. Ebenfalls wird ein Bezug zur Heimat geschaffen und erhalten.

Was macht STUBE?

  • Interdisziplinäre, interreligiöse, geschlechtergerechte und diversitätssensible Ausrichtung
  • Partizipation der Studierenden: inhaltlich, logistisch, methodisch
  • Lebensnahe Diskussion von Theorie und Praxis sowie Reflektion von Wissenstransfer
  • Unterstützung der Studierenden, ihr Studium an den Bedürfnissen ihres Herkunftslandes zu orientieren
  • Ausbildung von STUBE MultiplikatorInnen, die im Sinne der SDGs einen Beitrag in Deutschland, zum Beispiel an Schulen leisten
  • Kooperation mit Hochschulen, Hochschulgemeinden, entwicklungspolitischen und interkulturell arbeitenden Initiativen und Organisationen
  • Förderung von Süd-Süd-Netzwerken

Ziele

Mit den Seminarangeboten trägt STUBE zu einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung bei. Mit der Ausbildung und Vermittlung von Multiplikator*innen an Schulen und Gemeinden fördert STUBE Globales Lernen. Mit der Entwicklung von Handlungsperspektiven und der Ermutigung zur politischen Verantwortungsübernahme ist STUBE auch ein Programm der Transformativen Bildung. Soziale Ungerechtigkeit, Verletzung von Menschenrechten, Erderwärmung, Artensterben, Klimakatastrophen, Kriege, – die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. STUBE bedeutet, Menschen dazu zu empowern, nicht wegzuschauen, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Daher setzen wir uns für die sozial-ökologische Transformation ein und richten unsere Themen an den 17 universell gültigen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aus.

Was bietet das Programm?

  • Wochenendseminare, Studientage, Exkursionen, Ferienakademien, Workshops und Abendveranstaltungen zu entwicklungsbezogenen Themen
  • Multiplikator(inn)enschulungen für interkulturelle und landeskundliche Einsätze zum Beispiel in Schulen und Gemeinden
  • Unterstützung eigener entwicklungsbezogener Aktivitäten der Studierenden an den Hochschulen und in den Hochschulorten
  • finanzielle Unterstützung für ein entwicklungs- und berufsbezogenes Praktikum oder eine Forschungsarbeit im Heimatland (BPSA)
  • Vorbereitung auf die Rückkehr ins Heimatland und Existenzgründung in länderübergreifenden Seminaren
  • Nachkontakt- und Alumniarbeit mit ehemaligen Teilnehmer(innen) des STUBE-Programms

Weitere Informationen gibt es hier:

http://stube-info.de/

 

 

 

 

 

Projekt CHEFIN: Chancengerechte Entwicklung von Frauenkarrieren im MINT-Bereich

Das Projekt CHEFIN soll Frauen im MINT-Bereich den Einstieg in Karrierewege erleichtern, um Chancengleichheit zu schaffen:

„Das Verbundprojekt CHEFIN (mit den Teilvorhaben „Entwicklung des technischen Empfehlungssystems“ der RWTH Aachen und „Quantitative und qualitative Begleitforschung für Karrierefaktoren“ der TU Dortmund) verfolgt das Ziel, MINT-Studentinnen, Berufsanfängerinnen im MINT-Bereich sowie weiblichen Young Professionals, die bereits den Einstieg in einen Beruf des MINT-Bereichs vollzogen haben, Sicherheit bzgl. der eigenen beruflichen Identität zu vermitteln und so hochqualifizierte Frauen auf ihrem Karriereweg an die Spitze von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu unterstützen.

Dazu werden in einem Mixed Method-Ansatz qualitative und quantitative Methoden miteinander vereint, mittels derer aktuelle Erfolgs- und Hemmfaktoren für die Karrierewege von Frauen im MINT-Bereich erforscht und analysiert werden.

Den Kern des Projektes stellt der „Competence Development Recommender“ (CDR) dar, ein innovatives Tool, welches NutzerInnen automatisiert gezielte Empfehlungen zur Karriereentwicklung ausgibt. Auf Basis einer im Projekt durchgeführten Big Data-Analyse von XING-Lebensläufen des MINT-Bereiches wird ein technisches System entwickelt, in dem Frauen ihren elektronischen XING-Lebenslauf verlinken und als Ergebnis Vergleichswerte, Verbesserungsempfehlungen sowie positive Bestärkungen bzgl. ihrer bisher erbrachten Leistungen und Qualifikationen erhalten.

Der CDR wird allen Interessierten kostenlos zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse ermöglichen eine realistische Einschätzung des eigenen Lebenslaufes und bestärken damit die genannte Sicherheit bzgl. der eigenen beruflichen Identität. Außerdem sind die Ergebnisse der Karriereplanung dienlich, da sie der Nutzerin individuell Empfehlungen auf Basis der im Projekt ermittelten Erfolgs- und Hemmfaktoren für Karrierewege von Frauen im MINT-Bereich ausgibt und übersichtlich in einer „Competence Roadmap“ darstellt.

Förderkennzeichen: 01FP1703

Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2020

Kontakt:
RWTH Aachen University
Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau (IMA)
Wissenschaftliche Leitung:
apl.-Prof. Dr. Ingrid Isenhardt
Prof. Dr. Uwe Wilkesmann

Projektkoordination:
Johanna Werz, Tel.: 0241 8091142, E-Mail: johanna.werz@ima-ifu.rwth-aachen.de
Thorsten Sommer, Tel.: 0241 8091195, E-Mail: thorsten.sommer@ima-zlw-ifu.rwth-aachen.de“

https://www.komm-mach-mint.de/MINT-Projekte/BMBF-gefoerderte-Projekte/CHEFIN

 

 

 

Wie begeistert man junge Leute für MINT? – ein Gastbeitrag von Susanne Lettner

MINT-Nachwuchs fördern

Der MINT-Bereich bietet viele unterschiedliche, spannende Berufsmöglichkeiten, die sich nicht nur auf die traditionellen Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beschränken. Wer im MINT-Bereich beruflich tätig ist, hilft aktiv mit, durch Forschung und Technologie unseren Lebensstandard zu verbessern und voran zu bringen. Gebraucht werden daher engagierte, kreative und intelligente Menschen, die an Zukunftslösungen arbeiten.

Susanne Lettner ist MINT-Botschafterin von der deutschen Initiative MINT Zukunft schaffen und Young Science-Botschafterin des österreichischen Young Science-Zentrums. Sie engagiert sich um junge Menschen für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu begeistern. Für Club MINTernational gibt Susanne Lettner Tipps, wie junge Menschen den Einstieg in den MINT-Bereich schaffen und wie Schulen und Unternehmen sie dabei unterstützen können.

Schon während der Schulzeit reinschnuppern

„Schülerinnen und Schülern rate ich, sich am besten vorab ein Bild vom MINT-Bereich zu machen. Veranstaltungen wie der Girls‘Day oder auch Schülerpraktika bieten die Möglichkeit in einen MINT-Arbeitsplatz reinzuschauen. Dort können sich Schüler auch mit Berufstätigen austauschen, die Ihnen Tipps geben. So erfahren sie von ihnen, was sie im Studium oder während der Ausbildung erwartet, welche Berufsperspektiven es gibt und sie können testen, ob das der richtige Arbeitsplatz wäre“, erklärt Susanne Lettner.

Unterschiedliche Lehrformate helfen jungen Menschen bereits während der Schulzeit in einen MINT-Arbeitsplatz reinzuschnuppern. „Das P-Seminar ist Teil der gymnasialen Oberstufe in Bayern und ein tolles Beispiel, wie Schulen bewusst Schüler bei der Studien- und Berufswahl unterstützen können und auf das Berufsleben vorbereiten“, so Lettner. Im P-Seminar arbeiten Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang an einem Projekt, welches gemeinsam mit außerschulischen Partnern (wie Unternehmen, Forschungseinrichtungen) umgesetzt wird.

Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen

Damit MINT-Veranstaltungen (wie der Girls’Day, Schülerpraktika etc.) überhaupt zustande kommen können, ist eine gute Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen notwendig, die eine einladende, offene Haltung beiderseits voraussetzt. Einerseits müssen Unternehmen für die MINT-Events Zeit einplanen und Mitarbeiter dafür abstellen. Anderseits ist es nötig, dass motivierte Lehrkräfte mitmachen und junge Menschen spielerisch an den MINT-Bereich heranführen.

Denn um Schülerinnen und Schüler überhaupt für den MINT-Bereich begeistern zu können, müssen sie diesen erst einmal kennen lernen. „Unternehmen und Schulen sollten sich partnerschaftlich begegnen, denn von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten nachhaltig und vor allem langfristig. Gerade Unternehmen rate ich daher bewusst auf Schulen und Hochschulen zuzugehen und Formate wie Schülerpraktika, Studienabschlussarbeiten oder Duale Studien anzubieten“, meint Lettner.

MINT-Events wecken Interesse

MINT-Formate wie Schülerpraktika, Studienabschlussarbeiten oder Duale Studien sind für einen längeren Zeitraum angelegt. Info-Tage oder Exkursionen, die z.B. nur einen Tag dauern, sind daher eine gute Möglichkeit für Unternehmen den ersten Kontakt aufzubauen und bei Schülern und Studenten das Interesse für das eigene Unternehmen zu wecken. „Meine Erfahrung hat bei 1-tägigen Info-Veranstaltungen gezeigt, möglichst unterschiedliche Programmpunkte einzuplanen und den jungen Menschen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Der Beginn kann z.B. eine Präsentation des Unternehmens sein mit anschließender Führung durch die Arbeitsstätte. Eine Diskussionsrunde bietet die Möglichkeit viele Fragen zu stellen und die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer können authentisch von ihrem Berufsweg und Arbeitsalltag berichten z.B. welche Herausforderungen es gibt und an welchen spannenden Projekten sie gerade arbeiten. Gut kommen auch immer praktische Übungen an, in denen die Schüler oder Studierende selbst aktiv werden dürfen – die Übungen sollten aber vom Level auf die unterschiedlichen Altersstufen abgestimmt sein“, erzählt Susanne Lettner.

Positive Beispiele bekannt machen

Um ein positives Image für den MINT-Bereich zu bekommen, helfen gute Beispiele aus der Praxis. Berichterstattungen in den Medien können zeigen, dass ein Arbeitsplatz im MINT-Bereich kreativ und abwechslungsreich ist. Das ermöglichen Berichterstattungen über herausragende, innovative Projekte oder Vorstellungen von Personen, die authentisch ihre Berufstätigkeit präsentieren. „Gerade auch zu zeigen, dass Frauen im MINT-Bereich aktiv vertreten sind, hilft Mädchen sich selbstbewusst für einen Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu entscheiden. Ein Umdenken in der Öffentlichkeit tritt ein, wenn gute Beispiele bekannt sind. Glaubwürdige Informationen bauen Klischees ab“, zeigt Susanne Lettner auf. Auch MINT-Netzwerke speziell für Frauen wie „Komm, mach MINT“ sind eine gute Austauschmöglichkeit und Anlaufstellen.

 

Zur Person:

Susanne Lettner M.A. ist Marketing-Spezialistin bei einem Maschinenbau-Unternehmen und Journalistin. Sie ist MINT-Botschafterin von »MINT Zukunft schaffen – Die Initiativen der deutschen Wirtschaft« mit Sitz in Berlin. Außerdem ist sie Young Science-Botschafterin des österreichischen Young Science-Zentrums, das die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule fördert. In ihrer Tätigkeit hilft sie, Schüler und Studierende für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu begeistern.

IT&me: Was Frauen in der IT wollen

Um den Frauenanteil in der IT zu steigern wurde im Rahmen des Forschungsprojektes IT&me eine eine E-Learning- und Vernetzungsplattform entwickelt. 

„Gerade einmal 17 % der IT-Fachkräfte sind laut einer repräsentativen BITKOM-Umfrage von 2017 Frauen. Studien zeigen auch, dass Frauen die Branche häufiger wieder verlassen. Grund dafür sind Geschlechterstereotype und die Erfahrung, ausgeschlossen zu werden. Frauen werden in der IT noch immer als Besonderheit betrachtet – entsprechend werden sie anders wahrgenommen, wenn sie etwas fragen oder etwas nicht wissen. In einem Umfeld, in dem kontinuierliches Lernen unabdingbar ist, ist dies besonders problematisch.

„Hier setzen wir an mit IT&me: Wir schaffen ein Lernumfeld, in dem Frau-Sein in der IT nicht eine Besonderheit ist, sondern die Norm“, erläutert Prof. Dr. Nicola Marsden (Hochschule Heilbronn, Lehrstuhl für Informatik), die sich als Sozialpsychologin mit Software-Entwicklung unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit beschäftigt. „Um weiblichen Fachkräften eine stärkere Teilhabe zu ermöglichen, ist es notwendig, gezielte Angebote zu schaffen und Frauen so dauerhaft an Prozessen der Produktentwicklung zu beteiligen“, beschreibt Julia Hermann von der Universität Duisburg-Essen ihre Motivation für das Projekt. Vertreterinnen der Zielgruppe werden deshalb aktiv in die Anforderungserhebung und Umsetzung mit einbezogen. Ihre Rückmeldungen zu unterschiedlichen Entwicklungsschritten fließen direkt in die Umsetzung ein und sorgen dafür, dass das Produkt – die E-Learning- und Vernetzungsplattform IT&me – ihren Anforderungen entspricht.

Eine Anforderung war, dass sich Nutzerinnen ihre Lerninhalte personalisiert zusammenfügen möchten. Prof. Dr. Tobias Brückmann (CampusLab GmbH, Geschäftsführer): „Die Inhalte werden von uns als Nuggets, also als kurze Lerneinheiten erstellt, sodass sie nach einem persönlichen Zeitplan bearbeitet werden können. Darüber hinaus werden wir auch Zertifizierungskurse mit vorgegebenen Inhalten anbieten.“ So können die Nutzerinnen sich auf der Plattform sowohl individuelle Inhalte aussuchen als auch einem organisierten Lehrpfad folgen.

Von der technischen Seite steht aktuell die Frage im Vordergrund, über welche Wege die Inhalte gefunden werden sollen. Prof. Dr. Volker Gruhn (Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Software Engineering): „Wir haben einen eigenen Empfehlungsmechanismus entwickelt, der den Nutzerinnen personalisierte Vorschläge anzeigt. Die Ergebnisse sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass sie auch in den allgemeinen Lernpfad passen.“
Das Thema Vernetzung steht jetzt als nächstes im Mittelpunkt. Wie und wann wollen sich die Expertinnen miteinander verknüpfen? Wie wollen sie mit Unternehmen Kontakt aufnehmen? Die Funktionen dafür müssen genau abgestimmt werden, damit der Mehrwert der Plattform – eigenständige Weiterbildung und schnelle Vernetzung, auch mit Unternehmen – zur Geltung kommt. Bis Ende des Jahres 2018 wird an der Entwicklung eines testbaren Prototyps gearbeitet. Anfang 2019 wird die Plattform in einer ersten Version der Öffentlichkeit vorgestellt.

Über IT&me:

Die E-Learning- und Vernetzungsplattform IT&me bietet Frauen in der IT an, sich für ihre berufliche Karriere weiterzubilden und mit IT-Expertinnen und Unternehmen zu vernetzen. Die Plattform wird unter kontinuierlicher Partizipation der Zielgruppe entwickelt. Ziel ist es, Frauen in der IT-Branche zu ermöglichen sowohl die eigenen Kompetenzen aus- als auch ein starkes Netzwerk aufzubauen und dadurch ihre Karrierechancen deutlich zu verbessern. Das Verbundprojekt wird umgesetzt von dem Lehrstuhl für Software Engineering der Universität Duisburg-Essen, der Fakultät für Informatik der Hochschule Heilbronn, der CampusLab GmbH und dem externen Partner Edkimo. Das Vorhaben IT&me wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter den Förderkennzeichen 01FP1616, 01FP1617 und 01FP1618 gefördert.“ (Komm-Mach-MINT)

weitere Informationen:

www.itandme.de/gendergerechtigkeit-in-der-it.pdf

https://www.komm-mach-mint.de/MINT-News/Gendergerechtigkeit-in-der-IT

 

Das BMBF-Projekt FRUIT

Leider sind Frauen weiterhin in der Unterzahl in den Informatik-Studiengängen. Derzeit liegt die Quote bei 20%. Eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung mit Bezug auf Unterschiede und Maßnahmen soll aber nun dazu leiten die Attraktivität der Studiengänge bei Frauen zu erhöhen. 

„Den höchsten Frauenanteil bei den Studierenden der Informatik weisen aktuell Berlin und Brandenburg mit jeweils 21,3 Prozent auf. Die geringste Quote (14,6 Prozent) hat Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit gab es laut Statistischem Bundesamt im Wintersemester 2016/17 rund 36.000 Informatik-Studentinnen in Deutschland. Das entspricht einer Frauenquote von 19,4 Prozent in den IT-Studiengängen.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auf Ebene der Teilgebiete der Informatik. Stärker nachgefragt sind bundesweit etwa Studiengänge der Medizinischen oder Bioinformatik mit Frauenquoten von 44,3 bzw. 37,2 Prozent.

„Seit der Einführung der Informatik als Studienfach seit dem Wintersemester 1970/71 hat sich die Zahl der Studierenden in Deutschland deutlich erhöht, jedoch ist der Frauenanteil insgesamt nur sehr gering gestiegen“, sagt Isabel Roessler. Dabei stellen Frauen ein großes Potential bei der Rekrutierung von Nachwuchs im IT-Bereich dar.
Gründe des geringen Anteils sieht die CHE Expertin unter anderem in weiterhin vermittelten Geschlechterstereotypen: „Frauen gehören in der gesellschaftlichen Sicht noch immer in die sozialen, kommunikativen und kreativen Bereiche.“
Ebenfalls würden Hochschulen noch zu selten weibliche Vorbilder und Mitstreiterinnen präsentieren und Studieninteressierten vermitteln, dass in ihren IT-Studiengängen bereits Frauen studieren. Dabei gibt es positive Beispiele. Nicht nur weibliche Professorinnen, sondern auch Absolventinnen und große IT-Pionierinnen wie Ada Lovelace können ins Feld geführt werden.
Entsprechende Beispiele und Analysen zur Situation in Deutschland sind Teil einer Überblicksstudie „Frauen in Informatik“. Die Publikation untersucht, wie der Frauenanteil in IT-Studiengängen erhöht werden kann.

Die Strukturanalyse für Deutschland zeigt dabei, dass eine Flexibilisierung der Studienangebote, etwa in Teilzeit, nicht automatisch einen höheren Anteil weiblicher Studierender verspricht. Gleiches gilt für duale, berufsbegleitende oder praxisorientierte Informatikstudiengänge.
„Die IT-Pionierinnen von morgen gewinnt man für ein Informatik-Studium nur über ein Bündel von Veränderungen“, bilanziert CHE Projektleiterin Isabel Roessler. „Nicht nur, damit mehr Mädchen nach dem Abi ein Informatikstudium starten, sondern auch, um diejenigen nicht zu verlieren, die sich bereits für ein Studium entschieden haben.“

Über diese Studie:
Die Überblicksstudie „Frauen in Informatik“ wurde zusammen mit einem ergänzenden Detail-Papier im Frühjahr 2018 veröffentlicht. Datengrundlage waren der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz, das CHE Hochschulranking sowie Angaben des Statistischen Bundesamtes. Zu den Autorinnen und Autoren zählen Julius-David Friedrich, Cort-Denis Hachmeister, Sigrun Nickel, Sude Peksen, Isabel Roessler und Saskia Ulrich. Die Publikation gehört zum Projekt „Erhöhung des Frauenanteils im Studienbereich Informationstechnologie durch flexible, praxisorientierte und interdisziplinäre Studienganggestaltung“ (FRUIT). Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1635 gefördert.“ (Komm Mach Mint)

Weitere Informationen gibt es hier:

https://komm-mach-mint.de/MINT-News/FRUIT-Frauenmangel-in-der-Informatik

http://www.che.de/cms/?getObject=5&getNewsID=2157&getCB=398&getLang=de

 

Jetzt mitbestimmen wer den Welcome-Preis 2018 erhält!

Seit 2016 gibt es den vom DAAD präsentierten und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten „Welcome-Preis“, welcher im Rahmen des Programms „Welcome-Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ in 2017 entstand. Studierende unterstützen und betreuen dabei geflüchtete Studierende und Studieninteressierte in ihrer sozialen Integration in deutsche Hochschulen.

Ganz besonderes Engagement soll so sichtbar gemacht werden.

Jetzt können Sie mitbestimmen, wer ihn erhält. 

„Entscheiden Sie mit Ihrer Stimme, welche Studierendeninitiative in diesem Jahr den ersten, zweiten oder dritten Platz des Welcome-Preises belegt! Noch bis zum 6. September 2018können Sie mittels Abstimmung Ihrem Favoriten Ihre Stimme geben.

Eine Jury hat aus zahlreichen Einsendungen bereits die drei herausragendsten Initiativen vorausgewählt. Folgende drei studentische Projekte engagieren sich besonders für die Integration von geflüchteten Studierenden an deutschen Hochschulen und werden anhand kurzer Filmportraits hier vorgestellt.

Begegnungsraum der Universität Stuttgart

BTU Welcome – Buddy und Mentor der BTU Cottbus-Senftenberg

*foundationClass der Kunsthochschule Weißensee Berlin

Die Initiaitve mit den meisten Stimmen erhält den ersten Platz des Welcome-Preises, welcher mit 10.000 € dotiert ist. Die zweitplatzierte Initiative erhält 5.000 €, Platz drei zeichnet das Engagement mit 3.000 € aus.

Das Ergebnis der Abstimmung wird auf der Welcome-Preisverleihung am 10. September 2018 im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin unter Anwesenheit der Gewinner-Initiativen und ca. 130 im Programm Welcome engagierten Studierenden und weiterer Gäste bekannt gegeben. Die Platzierung wird zudem auf dieser Webseite veröffentlicht.“

weiterlesen:

https://www.daad.de/der-daad/fluechtlinge/infos/de/65868-welcome-preis-01-stimmen-sie-jetzt-ab/

Erfolgreiche Studienvorbereitung für 10.400 Geflüchtete mit dem Integra-Programm

Im Jahr 2017 haben sich 10.400 Geflüchtete mit Hilfe des Integra-Programms auf ihr Studium vorbereiten können.

Das Integra-Programm, welches vom DAAD und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, ermöglicht geflüchteten Studierenden eine erfolgreiche Integration in das deutsche Hochschulsystem oder auch die mögliche Weiterführung des vorangegangenen Studiums, indem verschiedene Projekte und Stipendien angeboten werden, um den Schwierigkeiten der Integration in ein neues Land und ein neues Hochschulsystem entgegenzuwirken.

Ziel des Programms ist die Integration von Flüchtlingen ins Studium, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis zum Jahr 2019 mit insgesamt 100 Millionen Euro gefördert wird.  Geflüchtete Studierende sollen hiermit „an den Hochschulen Fuß fassen und durch Sprachkurse und fachliche Propädeutika auf ein Studium vorbereitet werden“ (DAAD).

Zu dem Programm gehören also vor allem Sprachkurse, welche aber auch in Kombination mit Fachkursen angeboten werden. Die sprachliche und fachliche Förderung soll für ein Studium an Hochschulen sowie Studienkollegs vorbereiten und Kompetenzen vermitteln die für ein Studium in Deutschland notwendig sind.

Kompetenzermittelnde Angebote wie onSET, TestAS und uni-assist sollen werden somit zum Sprungbrett für die Eingliederung durch das Integra-Programm sein, womit mögliche sprachliche und fachliche Nachteile behoben werden sollen.

Ein Großteil der Teilnehmer/innen am Integra-Programm kommen aus Syrien. „78% der IntegraTeilnehmer/innen kommen aus Syrien, 6% aus Afghanistan und 5% aus dem Irak.“ So steht es in der 2018 Publikation der Studie „Wissenschaft Weltoffen“, welche einen Einblick in Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung ermöglicht.

Rund 56% der Teilnehmenden haben im Rahmen des Programms einen Sprachkurs belegt, die meisten davon an einer Universität, einem Studienkolleg oder an einer Fachschule. Die vorwiegend im mittleren Niveau liegenden Deutschkenntnisse der Teilnehmer/innen konnte somit erweitert werden. „Die Mehrheit der 2017 im Integra-Programm durchgeführten Sprachkurse entsprach dem Niveau B1 oder B2 (47%) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Lediglich 13% entfielen auf A1- oder A2-Niveau, 20% auf C1- oder C2-Niveau“ (Wissenschaft Weltoffen 2018)

Die meisten der Bewerber/innen entschieden sich für ein Studium im Bereich der Ingenieurswissenschaften, aber auch die Bereiche der Medizin und der Gesundheitswissenschaften, welche im Vorjahr an der Spitze standen, waren weiterhin beliebt, wenn auch deutlich weniger Interesse bestand. Der MINT-Bereich war mit rund 14% auch beliebt.

Um mehr über das Integra-Programm zu erfahren gibt es hier noch einmal den Link für den Bericht zur Studie „Wissenschaft Weltoffen 2018“ und die Ausschreibung vom DAAD:

http://www.wissenschaftweltoffen.de/publikation

https://www.daad.de/der-daad/fluechtlinge/infos/de/41996-integration-von-fluechtlingen-ins-fachstudium-integra/